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Seine ersten Erfahrungen als Lokaljournalist sammelte Frank Spiegel bereits als 15-Jähriger, als er noch „mit dem Fahrrad über die Dörfer von Klassentreffen zu Klassentreffen“ fuhr. Inzwischen arbeitet er seit zwanzig Jahren beim Westfalen-Blatt, 17 Jahre davon im Kreis Höxter. In seiner Lokalredaktion in Brakel, einer kleinen Stadt mit etwa 17.000 Einwohnern im Osten Nordrhein-Westfalens, füllt er eine von zweieinhalb Redakteursstellen aus. Täglich produzieren er und seine Kollegen zwei, manchmal auch drei Seiten.

„Lokaljournalismus ist auch heute noch mein absoluter Traumjob“, sagt Spiegel und schwärmt von der nahezu unbegrenzten Themenvielfalt. Am reizvollsten sei, „dass man unglaublich nah am Leser ist“. Gelegentlich könne diese Nähe aber auch zum Problem werden.

Im Rahmen seiner zeitlichen Möglichkeiten denkt und arbeitet der 44-Jährige auch crossmedial. Facebook und Twitter nutzt er sowieso, aktuelle Fotos für die Online-Ausgabe des Westfalen-Blatts schickt er mit seinem Smartphone in die Redaktion und Videos produziert er, „wenn es sich einrichten lässt oder wenn es sich aufdrängt“. Das jedoch führt ihn hin und wieder an die Grenzen des Machbaren. „Ich kann nicht auf der einen Seite gute Fotos liefern und auf der anderen Seite auch noch akzeptable Filme“. Zum Glück verlangen das seine Chefs aber auch nicht.

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Video-Credits: Musik: Simon Wilkinson. Redaktion: Beate Füth. Autor, Kamera & Schnitt: Roman Mischel. Dieses Video wurde unter Creative Commons Lizenz (BY-NC-ND 3.0 DE) veröffentlicht.

Bisher 4 Kommentare

  1. […] Der Kreis Höxter liegt in Ostwestfalen, einigermaßen abgeschieden von dem, was man “urban” nennen würde. Dort erscheint das “Westfalen-Blatt” aus Bielefeld mit einer Lokalausgabe. Frank Spiegel ist einer der Redakteure vor Ort. Roman Michel hat ihn begleitet und für den ABZV-Videoreporter portraitiert. […]

  2. Volker Wilde sagt:

    Lieber Herr Spiegel, tolles Video-Portrait. Es hat mich angeregt, mal eure Website anzuschauen und dann auch auf dem iPad eure App genutzt, eine Ausgabe gekauft. Ihr erster Satz im Video bezieht sich auf eine Investition des Verlags in eine neue Druckerei. Das macht sicher Sinn, vor Ort kann man den Lesern das Ritual nicht leicht nehmen, die Papier-Zeitung am Morgen zum Käffchen aufzuschalgen; dennoch wissen wir, wie schnell sich Rituale ändern und geändert haben, und dafür gibt es also eure Website und die APP. Beide sind so, wie Ihre technische Ausrüstung intern im Video sichtbar: aktualisierungswürdig. Für die Website und die App gilt, dass sich dort Experten in Zusammenarbeit mit der Redaktion eine usability-orientierte Lösung umsetzen sollten, aktuell sehe ich hier nur halbgare, vernachlässigte Pflichtübungen – auch inhaltlich. Da sind knackige Formate denkbar, die auch mich – einen Westfalen im Rheinland – dazu bringen könnten, mehr Ausgaben der APP zu kaufen, die Website öfter aufzurufen. Meine Bitte als Leser aus der Ferne, der mit der Heimat digital in touch bleiben möchte, wäre: regen sie dies doch mal intern an. Stolze 28 Mio. Invest in eine Druckerei ist dann vergebliche Liebesmüh, wenn die digitale Leserschaft vernachlässigt wird, denn die eine Erlösquelle wird wegsterben, da sollte ein künftiges Erlösmodell schon jetzt sehr gut vorbereitet sein und Schritt für Schritt weiterentwickelt werden. Vorbild denkbar: Kölner Stadtanzeiger.

  3. Lieber Herr Wilde,

    vielen Dank für Ihre Gedanken. Wäre dieses Video einige Monate später entstanden, hätten Sie möglicherweise die technische Ausrüstung nicht mehr in dem von Ihnen empfundenen Maße für aktualisierungswürdig empfunden. Das WESTFALEN-BLATT hat natürlich auch die digitale Leserschaft und ihre Bedürfnisse im Blick und entwickelt sich auch in diesem Bereich stetig weiter.

    Ich leite Ihre Anregungen gerne an die zuständigen Stellen weiter und würde mich freuen, wenn Sie aus dem Rheinland zwischendurch gern auch öfter einmal ins Ostwestfälsche blicken.

    Viele Grüße
    Frank Spiegel

  4. Volker Wilde sagt:

    Lieber Herr Spiegel, danke für Ihre Antwort. Auf dass das Management smart agiert und nicht ängstlich, die Zeichen der Zeit lesen kann und die digitalen Zeichen an der Wand nicht als Bedrohung empfindet, ich glaube fest daran, dass die Digitalisieung und das Lokale gerade hier mit neuen Video-Formaten frische Erlösquellen bedeuten können. Der brave, klassische Journalismus darf daher wieder spannend werden, subjektiv, die authentischen Typen in den Vordergrund stellen, die schrille Realität vor Ort, das alles kann prickelnd sein für Leser. Selbstverständlich gehört dazu auch, dass die Festangestellten nicht analog einem Pflegenotstand besetzt sind. Dann ist das gesamt Unterfangen bloß ein Pflegefall. Kurz: Ich ziehe den Hut vor Ihrer Leistung.